Im Mittelpunkt von Stefan Burgers Werken stehen Fragen nach den Produktions- und Präsentationsbedingungen von Kunst. Selbstreflexiv analysiert er seine Rolle als Künstler im Entstehungsprozess der Arbeiten, thematisiert das Verhältnis von Produzent und Rezipient oder schafft kritische Bezüge zur Kunstgeschichte. Er untersucht damit die Gesetze und Normen künstlerischer Produktion bis hin zu Abnormitäten und Irrwegen, deutet in ihre Richtung und hinterfragt sie.
Für Zusammengerückte Generalversammlung von Diversem im Kontext (Thuner Deutung), 2007, hat Stefan Burger ein Mitglied der Bogenschützen Thun eingeladen, eine um 90° gegen den Uhrzeigersinn gekippte Fotografie in einem performativen Akt als Zielscheibe zu interpretieren. Das Abgebildete verliert damit seine motivische Bedeutung, das fotografische Bild seine Funktion als Kunstwerk. Die Farben der Gläser werden zu den konzentrischen Kreisen einer Zielscheibe. Das tangentiale Aneinander-vorbei-Schrammen zweier Systeme, das der Bogenschützen und das der Kunst, wird zur flüchtigen und seltenen Begegnung.