Parr provoziert, indem er alltägliche Klischees findet und gnadenlos die alltägliche geschmackliche entgleiste Realität seiner Mitmenschen, das Hässliche, das üblicherweise retouchiert, als Motiv vermieden oder klassisch in einem stilistischen Schwarz/Weiss als "extra real polarisierte Darstellung" gezeigt wird, schonungslos herausgestellt in Farbe fotografiert. Seine Fotografien bilden dadurch einen erfrischend authentischen Gegensatz zur üblichen Kunst die die Realität schminkt oder stilistisch verfremdet. Ungeschönte Motive aus den Bereichen Massentourismus, Prekariat aber auch Gesellschaftsadel sowie schonungslose Fotografien alternder Menschen haben es ihm besonders angetan. Er ist ein Dokumentarist der Alltagskultur, der auch "alltägliche" Fotos anderer sammelt und veröffentlicht. Seine Bilder fallen zusätzlich oft durch ihre grelle Farbigkeit auf, die er bevorzugt in Büchern präsentiert. Meist verwendet er einen Ringblitz zum Aufhellen bei Tageslicht.