"Auf der einen Seite formuliert sich die Arbeit von Gregory Crewdson als eine akribisch- realistische Vermessung des ländlichen Amerikas und knüpft damit an die dokumentarische Haltung Walker Evans oder Gary Winogrands an. Auf der anderen Seite entwickelt dieses Werk mit seiner theatralischen Lichtregie, der Einbeziehung des Grotesken und Unheimlichen und einem klaren Bekenntnis zu narrativer Komplexität die große Traditionslinie der inszenierten Fotografie weiter, die von Cindy Sherman entwickelt wurde und sich spätestens durch Jeff Wall als eine der wichtigsten neuen Ausdrucksformen künstlerischer Fotografie erwiesen hat. Wichtigster Bezugspunkt für Gregory Crewdson ist zweifellos die Bildwelt des amerikanischen Hollywoodkinos, insbesondere das Kino David Lynchs oder Steven Spielbergs epochaler Science Fiction-Klassiker ?Close Encounters of the Third Kind?, deren filmische Erzähllogik er solange verdichtet und reduziert, bis sie auf Einzelbildern komprimiert werden kann. Auf der Suche nach dem Mysteriösen im Alltäglichen, das sich ebenso wie in den Werken Stephen Kings findet, gelingt es ihm auf bestechende Weise Bilder einer Gesellschaft zu entwerfen, die sich selbst ebenso entfremdet ist wie der porös und fragil gewordene Wirklichkeitszusammenhang, durch den sie sich bewegt." Kunstverein Hannover -